Stadttore Ein außergewöhnliches Wohnheim
Manchen Wissenschaftlern wirft man vor, dass sie in einem Elfenbeinturm leben. Nicht so in Aachen. Hier ist das Fundament tragfähig. Im wörtlichen und übertragenen Sinne.
Aachener Stadtmauern
- mittelalterliche Verteidigungsanlage
- der innere Ring wurde 1172 auf Initiative Kaiser Barbarossas erbaut
- der Bau des äußeren Ring begann Ende des 13. Jahrhunderts
- teilweise zu napoleonischer Zeit abgerissen
- Grundlage für heutige Verkehrsführung über den äußeren und inneren Grabenring
Aachens außergewöhnlichstes Studentenwohnheim ist auf Mauern errichtet, die seit Hunderten von Jahren nichts erschüttern kann. Im 14. Jahrhundert als Element der zweiten Stadtmauer auf einem Hügel mit Blick über die Stadt erbaut, hatte der „Lange Turm“ in der damaligen freien Reichsstadt Aachen die wichtige Funktion, die Ortschaften und Ländereien vor der Stadt mit Böllerschüssen, Licht- oder Rauchsignalen vor Angreifern zu warnen.
Verteidigt wurde die Stadt damals von den „Freihen Reichsstädtischen Stadtsoldaten“, die von der Bevölkerung „Pennsoldaten“ genannt wurden, da sie ihren Sold mit dem Schnitzen von „Holzpinnchen“ zur Besohlung von Schuhen aufbesserten. In dieser Tradition ist es für die heutige „Stadtgarde Oecher Penn“ Ehrensache, dass sie sich um die Restaurierung und Pflege eines der zwei Aachener Stadttore kümmert – das Marschiertor von 1257. Wenn auch nicht mehr zur Abwehr von Feinden, sondern ganz im Dienste des Karnevals. Schließlich ist die Stadtgarde der älteste Karnevalsverein der Stadt.
Aachener Stadttore modern genutzt
Das zweite Aachener Stadttor ist jedem Besucher des Hochschulviertels zweifellos ein Begriff. Spielt sich doch rund um das Ponttor von 1320 alles ab, was sich zu feiern lohnt. Doch das Tor ist nicht nur Zugangstor zum Partyleben, zu Erstsemester-Wochen, Fußball-WM oder Tanz in den Mai, sondern auch Gruppenheim der Pfadfinderschaft Heilig Kreuz.
Ob Studentenwohnheim der Katholischen Hochschulgemeinde, Hauptquartier der Öcher Penn oder Gruppenheim der Pfadfinderschaft – die Gebäude der alten Stadtmauer wehren in Zeiten des Friedens keine Feinde mehr ab. Mit viel bürgerschaftlichem Engagement sind stattdessen einzigartige Orte entstanden, die einladen – zum Feiern, zum Leben und zur Beschäftigung mit der Vergangenheit.
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