Printen, Marzipan, Konfitüre mit Tradition Süßes Aachen
Aachen ist süß. Süße Läden, süße Fußgängerzonen, süße Passagen – und jede Menge Süßwarenindustrie.
Schokolade aus der Kaiserstadt
- 1857 erstmals von Leonhard Monheim produziert
- ab 1935 deutschlandweiter Vertrieb
- seit 1988 produziert Lindt in Aachen
- besonders beliebt: Werksverkauf am Bendplatz
Als Schokolade noch Medizin war, wurde sie in der Aachener Monheims-Apotheke (dem heutigen Couven-Museum) hergestellt. Die weltweiten Süßwaren-Exporteure Lambertz und Zentis wurden in Aachen gegründet und haben noch heute hier ihre Hauptsitze. Auch der Werksverkauf von Lindt erfreut sich großer Beliebtheit. “Süßes Aachen”, das bedeutet oft: Pralinen, Marzipan, Konfitüre und Schokolade. Doch das bekannteste süße Aushängeschild ist die Printe.
„Aachener Printen sind – hart“, mit diesem Ausruf motivieren sich Aachener Handballmannschaften vor entscheidenden Spielen. Beim Fußball-Zweitligisten Alemannia Aachen war die Aussicht auf lebenslange Printenversorgung lange Zeit ein Erfolgsgarant. Und wenn ein Aachener auf Reise geht, hat er sie immer als Gastgeschenk dabei. Ist sie doch widerstandsfähig, haltbar, leicht zu verstauen und einfach lecker.
Die Erfindung der Printen
Doch was ist eigentlich eine „Printe“? In den zahlreichen Aachener Traditionsbäckereien liegt sie im Schaufenster ganz vorne. Eine Mischung aus Honig- und Lebkuchen. Mit Schokolade, Nüssen, Marzipan oder einfach pur. Der Legende nach war sie das Lieblingsgebäck Karls des Großen. Tatsächlich geht die grenzübergreifende Erfolgsgeschichte der Aachener Spezialität fast bis in die Zeit Kaiser Karls zurück. Die ersten Gebäcke dieser Art wurden vor rund 1000 Jahren im belgischen Dinant hergestellt. Laut Erzählungen soll ein belgischer Kupfergießer, der 1620 die Karlsstatue goss, sie in der Mittagspause am Markt verzehrt und damit das Interesse der Aachener geweckt haben. Napoleon ist es zu verdanken, dass die echten Aachener Printen hart wurden. Mussten doch die Aachener durch seinen Handelsboykott auf den zähen Zuckerrübensirup ausweichen.
Pur und hart – so lieben sie die Ur-Öcher heute noch. Wohingegen die Exportprinte sich mittlerweile dank verfeinerter Rezepturen weich an den Gaumen der Welt schmiegt. Doch wer will schon lesen, wie eine Köstlichkeit schmeckt, wenn man sie ganz einfach probieren kann…
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