Designmetropole Aachen Forschung kann auch sexy sein
Design macht Forschung erst sexy, davon sind die Aktivisten der „Designmetropole Aachen“ überzeugt. Schließlich mache eine frühzeitige Investition in Design und die frühe Integration von Designern in die Entwicklungsprozesse ein Produkt 20 Prozent erfolgreicher.
Designmetropole Aachen
- Netzwerk von Künstlern in der Region Aachen
- „Proud Members“: 16 Labels
- Zahlreiche internationale Ausstellungen: z. B. im Museum of Modern Art in New York
- Regionale Materialien, nachhaltige Produktion
- Regelmäßig: Guerilla-Aktionen
Aber ist Aachen eine Designmetropole? Seit 2006 lässt sich diese Frage ganz klar mit einem lauten „JA“ beantworten. Immerhin gewannen vier Aachener Labels je eine der begehrten 20 Ausstellungsflächen beim Frankfurter Wettbewerb „talents“ der Konsumgütermesse Ambiente – gegen illustre Konkurrenz aus in- und ausländischen Großstädten.
Als die Jury verdutzt fragte, ob Aachen die neue Designmetropole ist, fiel bei den Bewerbern der Groschen und der Startschuss. Weil es bekanntlich gemeinsam besser geht, beschlossen auch sie zukünftig gemeinsame Sache zu machen. Die Designmetropole Aachen war geboren. Eine Domain wurde gesichert, ein Atelier zum Hauptquartier erklärt, Ausstellungen und Präsentationen im Verbund geplant.
Neue Identität durch Nacht- und Nebelaktion
Mit einer soliden Ausbildung von der RWTH Aachen und/ oder der Universität Maastricht im Gepäck und vielen Plänen im Kopf, wurde die Botschaft von der Designmetropole Aachen auf die weltweiten Ausstellungen in Mailand, Tokio, Wien… getragen – nur in Aachen wusste niemand, dass er in einer solchen lebt. Dies änderte sich schlagartig im Jahr 2009. In einer Nacht- und Nebelaktion erhielten die Ortsschilder einen Zusatz und die Bürger eine neue Identität.
Nur ein Jahr später ist das Netzwerk der Designer fest etabliert, ohne den Schwung verloren zu haben. Alle zwei Monate findet das Treffen „Design-er-saufen“ statt, mit Verwaltung, Forschung und Industrie wird zusammengearbeitet, zahlreiche Preise wurden von den zugehörigen Labels gewonnen, parallel zum Kunsthandwerkermarkt gibt es eine Ausstellung der aktuellen Kollektionen und die GründerInnen haben z. T. Lehraufträge an der Design Academy Maastricht, der Geneva University of Art and Design oder der FH Aachen.
Pleiten, Pech und Pannen des Designer-Alltags
Doch Grundlage aller Aktivitäten bleibt der Spieltrieb und die kindliche Freude an der Anarchie. So sind Pleiten, Pech und Pannen des Designer-Alltags selbstverständlicher Teil jedes Seminars, in der Pressemappe liegen Erpresserbriefe und dank 300 Euro Klebeband und einem umlackierten Roller weiß nun auch Mailand, dass Aachen die Designmetropole ist.
„Wir möchten zeigen, dass es nicht hip ist, aus Aachen wegzugehen, sondern das man hier wirklich was bewegen kann. In einer Stadt, die klein genug ist, um gehört zu werden und gleichzeitig in einer Region liegt mit einem unglaublichen Potenzial an Kultur, Erholung, vielen Großstädten und internationalen Flughäfen. Und seitdem es unsere Treffen gibt, trauen sich immer mehr Designer in Aachen eigene Labels zu gründen.“
Wer mehr darüber wissen möchte, was sich in Aachen zur Zeit bewegt, wie eng Technik und Design verknüpft ist oder wie man mit wenig Geld viel erreicht, der ist herzlich zum „Design-er-saufen“ eingeladen. Gerne auch mit verrückten Ideen, wahnwitzigen Plänen und leeren Taschen.
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