Interview mit der amerikanischen RWTH-Professorin Heather Hofmeister (Ph. D.)Aachen hat ein internationales Flair
Ich lebe gerne in Aachen. Bevor ich mich beworben habe, erkundigte ich mich, was das für eine Stadt ist, in der die RWTH liegt.
Heather Hofmeister
- Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs an der RWTH
- Lehrstuhl: Soziologie, Schwerpunkt Gender-Lebenslaufforschung
- geboren in den USA
Ich wusste, dass Aachen die Hauptstadt Karls des Großen war. Gut fand ich die zentrale Lage in Europa. Die Nähe zu Paris, London, Amsterdam, Brüssel, Köln und zum atlantischen Ozean ist ein großer Vorteil. Aufgewachsen bin ich in Houston/ Texas, einer Stadt, die für Autos geplant wurde. Und so war das erste, was mir hier auffiel, dass Aachen eine großartige Fußgänger-Stadt ist, die wirklich für die Bedürfnisse der Menschen gebaut ist. Es ist gesund, alles zu Fuß erreichen zu können, und ich mag die vielen grünen Plätze. Man kann das Aachener Flair besonders im Sommer spüren, wenn die Straßencafés voll sind.
Hier ist immer etwas los
Es war nicht schwer, hier Freunde zu finden. Die Menschen sind direkt auf mich zugekommen. Überall spürt man die niederländischen und belgischen Einflüsse. Aachen hat ein internationales Flair. Typisch für Aachen ist, dass die Stadt groß wirkt, obwohl sie relativ klein ist. Gleichzeitig gibt es immer wieder neue Ecken zu entdecken. Und jeder Platz hat seine ganz eigene Atmosphäre.
Meine Aachen Highlights:
- Spaziergang mit dem Hund auf dem Haarberg: ich mag die schöne Landschaft und den Blick über Aachen, die Niederlande und Belgien
- Der Klang des Marktplatzes an Sommerabenden
- Der Geldbrunnen, wo die neugierigen Besucher Teil der Kunst werden
- Der Blick aus der RWTH Aachen auf die historische Altstadt
- Der Dom. Er wirkt warm, gemütlich und einladend
Es ist immer etwas in der Stadt los. Kunst, Antiquitäten, Weihnachts-markt, Musik-Festivals und gastronomische Highlights gibt es nahezu jede Woche. Hier kann man Lebensmittel aus fast allen Teilen der Welt kaufen, und die Restaurants sind hervorragend. Hier findet jeder etwas, das ihm schmeckt. Das Lebensgefühl in Aachen ist etwas Besonderes. Man fühlt, dass die Menschen hier Spaß am Leben haben.
Jedes Mal, wenn ich zum RWTH Hauptgebäude gehe, finde ich es verblüffend, wie nah die Hochschule an der Innenstadt liegt. Die Stadt ist Teil von uns und wir sind Teil der Stadt. Und das meine ich nicht nur geographisch. Die klassischen Rivalitäten zwischen Stadtverwaltung und Universität – die town-gown-Kämpfe – gibt es hier nicht. Die RWTH Aachen und die Stadt arbeiten gut zusammen.
Das Beste von Europa an einem großartigen Ort zum Arbeiten
Auch wissenschaftlich fühle ich mich gut aufgehoben. Ich bin in Netzwerken und interdisziplinären Foren engagiert. Ich habe die Chance, wichtige Themen, wie den demographischen und klimatischen Wandel zu erforschen und zu untersuchen, was wir tun müssen, um die Zukunft der Welt zu erhalten. Gleichberechtigung ist ein wichtiger Teil der sozialen Zukunftsfähigkeit: das kreative Potenzial von Männern und Frauen wertzuschätzen und einzubeziehen, ist ein Kernthema für die RWTH Aachen, die Stadt Aachen und für mich. Beide, die Hochschule und die Stadt, entwickeln Karriere-Modelle, die vielfältige Bedürfnisse einbeziehen und einladen statt Menschen auszuschließen. Dazu gehört es auch, für Eltern die Möglichkeit zu schaffen, aktiv weiter zu forschen und zu lehren sowie die Internationalisierung der Hochschule. Mein Weg an die RWTH Aachen war aus wissenschaftlicher und persönlicher Sicht eine hervorragende Entscheidung.
In Aachen gibt es viele Dinge, die wir US-AmerikanerInnen an Deutschland besonders lieben: eine wunderschöne historische Innenstadt und alte Stadttore, eine traditionsreiche Schokoladenfabrik, großartigen Kaffee (die älteste Kaffee-Rösterei Deutschlands gibt es hier), eine starke Kunst- und Musikszene und einen Dom, der schon lange stand, bevor Amerika von den Europäern entdeckt wurde. Die Tatsache, dass ich ihn jeden Tag auf meinem Weg zur Arbeit sehe, ist einfach unglaublich.
Meine Tipps für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:
- Sich Zeit zu nehmen, um zu genießen, wo man ist.
- Sich in Geduld zu üben. Es dauert bis man sich soweit an Sprache und Kultur gewöhnt hat, bis man sich wirklich integriert fühlt.
- So zu leben, dass man wenig bedauert.
- Dinge so anzugehen, wie es die Einheimischen würden. Das macht das Leben einfacher.
Lust auf mehr
-
Networking leicht gemacht
Kleine Kinder bekommen ganz große Augen, die High Society ist ...
-
High-Tech unter Denkmalschutz
Am Persischen Golf genießen sie Star-Status, die Orthopäden des Aachener ...
-
Blick über den Tellerrand
Tief Eintauchen in unendliche Weiten: dies ist nicht nur ein ...
-
Hier wird die Idee zum Produkt
Wenn die Forschung in die Zukunft blickt, kann sie die ...
-
Wo sich Firmen immatrikulieren
Er ist das Zukunftsprojekt für die Wissensregion Aachen: der RWTH ...
Die offiziellen Seiten der Stadtverwaltung mit Informationen für Bürger, Unternehmen und Touristen.